Lichttherapie

Eine Extra-Portion Licht für die Gesundheit

Lichttherapie wurde 1980 in den USA entwickelt. Sie gilt nach neuesten Erkenntnissen als wirksame Behandlungsform bei folgenden Störungen des Allgemeinbefindens:

Saisonal Abhängige Depressionen (SAD)

Licht wirkt als natürlicher Zeitgeber für unseren biologischen Lebensrhythmus. Erforder- lich hierfür ist eine Beleuchtungsstärke von mindestens 2000 Lux. In den dunkleren Herbst- und Wintermonaten verbringen wir jedoch einen großen Teil des Tages bei künst-lichem Licht, das in der Regel nur 300-500 Lux aufweist. Als Folge dieses Lichtmangels fühlen sich viele Menschen in dieser Jahreszeit abgeschlagen und lustlos. Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Traurigkeit, schnelle Ermüdbarkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis oder Heißhunger auf Kohlenhydrate können weitere Symptome sein. In unseren Breitengraden leiden etwa 10 bis 20% der Bevölkerung unter derartigen Befindlichkeitsstörungen. Bei manchen Betroffenen sind diese Symptome so stark ausgeprägt, dass sie Krankheitscharakter aufweisen. Man spricht dann von einer Saisonal Abhängigen Depression oder Herbst-/Winter-Depression. Hier hat die Lichttherapie eine vorbeugende und heilende Wirkung. Sie kann helfen, die Beschwerden zu beseitigen oder wenigstens deutlich zu verringern.

Schlafstörungen

Mehr als 10% der Bevölkerung leiden unter Schlafstörungen und etwa 3 Millionen Betroffene nehmen regelmäßig Schlafmittel ein.Oft helfen diese Mittel nur unzureichend. Die Lichttherapie kann eine natürliche Alternative sein, um den normalen Schlaf-/Wach-Rhythmus wiederherzustellen.

Prämenstruelles Syndrom

Viele Frauen klagen regelmäßig in der Woche vor Einsetzen der Menstruation über zum Teil erhebliche physische und psychische Beschwerden.
Antriebslosigkeit, starke Stimmungsschwankungen, geringe Belastbarkeit und Migräne führen zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Tagesabläufe. Auch hier kann die Lichttherapie helfen, an den kritischen „Tagen vor den Tagen“ gut gelaunt und vital zu bleiben.

Anwendung

Um einen therapeutischen Effekt zu erzielen, ist eine mehrtägige Anwendung mit einer Einwirkungszeit von jeweils 30 min/Tag notwendig. Während einer Sitzung schaut man alle 1 bis 2 Minuten für ein paar Sekunden in eine spezielle Lampe, die tagesähnliches Licht sehr hoher Intensität erzeugt.
Durch Lichttherapie hervorgerufene Schäden oder ernste Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Das Tragen einer Schutzbrille ist nicht erforderlich, da aus dem Lampenlicht die ultravioletten (UV) und infraroten (IR) Strahlungsanteile fast vollständig herausgefiltert werden. Aus diesem Grund treten weder Hautschädigungen noch Bräunungseffekte auf. Bei sehr empfindlichen Patienten könnten leichte Kopfschmerzen und Augenreizungen auftreten. Patienten mit Augenkrankheiten (grauer oder grünem Star, Netzhauterkrankungen, Entzündungen am Glaskörper) sollten vorher eine augenärztliche Untersuchung durchführen lassen. Auch manche Medikamente können die Lichtempfindlichkeit des Auges erhöhen. Hierzu gehören z.B. bestimmte Blutdruck- und Wassertabletten sowie Medikamente gegen Depressionen. Dies gilt übrigens auch für die häufig verwendeten und mittlerweile frei verkäuflichen Johanniskrautpräparate.

Weitere Fragen zu dieser Behandlungsmethode beantworte ich Ihnen gerne persönlich.

Ihre Dr. med. Hildegard Petrias